Wie ich durch Loslassen zu mir selbst fand
Schon als Kind war ich anders. Ich bin neurodivergent, hochbegabt und hochsensibel, aber damals wusste ich das nicht – ich spürte nur, dass ich irgendwie nicht so funktionierte wie die anderen. In der Schule war mein Kopf voller Ideen, ich verstand vieles deutlich schneller, stellte Fragen, die sonst niemand stellte. Doch sehr schnell merkte ich, dass das nicht immer gut ankam. Wer zu viel weiß, wird schnell als Besserwisser abgestempelt. Also begann ich, mich zu verstecken.
Ich lernte, meine Antworten zurückzuhalten, meine Gedanken zu zügeln, mich kleiner zu machen, als ich war. Ich beobachtete die anderen, versuchte herauszufinden, wie sie sich verhielten, und passte mich an – zumindest so gut ich konnte. Aber das war nie wirklich meine Stärke. Stattdessen maskierte ich, spielte Rollen, um nicht aufzufallen, um nicht wieder die zu sein, die „alles besser weiß“. Es war, als hätte ich ständig ein unsichtbares Kostüm an, das mich schützte, aber auch von mir selbst entfernte.
Dieses Maskieren kostete mich unendlich viel Energie. Es war, als müsste ich den ganzen Tag einen schweren Rucksack tragen, nur damit niemand merkt, wie viel in mir steckt. Trotz der Schwere, blieb in dem Tasking-Modus bis ins hohe Alter – immer in der Hoffnung, irgendwann einfach dazugehören zu können. Doch je mehr ich mich verbog, desto mehr verlor ich das Gefühl dafür, wer ich eigentlich war.
Warum Anpassung nicht immer zum Glück führt
Anpassung – das klingt nach Harmonie, nach Frieden, fast wie ein warmer Mantel an einem kalten Tag. Doch ich habe früh gelernt, dass dieser Mantel manchmal zu eng wird, dass er kratzt und die Luft zum Atmen nimmt. Schon als Kind habe ich gespürt, wie viel von meinem eigenen Glück ich auf dem Altar der Angepasstheit opfere. In der Schule, in der Familie, später im Job: Überall war da dieses leise, aber eindringliche Signal, nicht aufzufallen, nicht zu viel zu sein, Erwartungen zu erfüllen, still zu sein, wenn ich eigentlich laut sein wollte.
Ich habe mich oft gefragt, für wen ich das alles eigentlich mache. Für meine Eltern, die sich ein ruhiges, angepasstes Kind wünschten? Für Lehrer, die keine unbequemen Fragen mochten? Für Freunde, die lieber Harmonie als Ehrlichkeit wollten? Oder mache ich es am Ende doch nur, weil ich Angst habe, sonst nicht dazuzugehören? Die ehrliche Antwort war ernüchternd. Zu oft habe ich mich selbst hintenangestellt, meine eigenen Bedürfnisse leise gedreht, um anderen zu gefallen. Ich habe „Ja“ gesagt, obwohl mein Herz laut „Nein“ geschrien hat – und jedes Mal ein kleines Stück von mir selbst verloren.
Anpassung ist bequem, wie ein alter Sessel, in den man sich fallen lässt, wenn man müde ist. Aber irgendwann merkt man, dass dieser Sessel zur Zwangsjacke wird, dass er einen festhält und daran hindert, aufzustehen und das eigene Leben wirklich zu leben. Ich habe lange gebraucht, um zu erkennen, dass ständiges „Bravsein“ mich nicht erfüllt, sondern mir Energie raubt. Glück entsteht nicht durch das Erfüllen fremder Erwartungen, sondern durch das mutige Leben der eigenen Wahrheit.
Und du? Wie oft hast du dich schon angepasst, nur um nicht anzuecken? Wie oft hast du dich selbst leiser gemacht, damit andere lauter sein dürfen?
Mut zur Veränderung: Warum es sich lohnt, neue Wege zu gehen
Mut zur Veränderung – das klingt so groß, so heldenhaft, als würde man mit wehender Fahne ins Unbekannte reiten. In Wahrheit fühlt es sich oft ganz anders an: wie ein Sprung ins Leere, bei dem du nicht weißt, ob dich Flügel tragen oder du ins Nichts fällst. Genau zwischen dem Alten, das dir nicht mehr passt, und dem Neuen, das noch nicht greifbar ist, liegt dieser seltsame Zwischenraum. Es ist ein Schwebezustand, in dem alles auf Pause steht, während die Welt um dich herum scheinbar ungerührt weitermacht.
Kennst du das – wenn du morgens aufwachst und das Gefühl hast, dass dein Leben irgendwie stehen geblieben ist, während draußen alles weiterzieht? In diesem Zwischenraum ist alles unsicher. Die vertrauten Sicherheiten sind verschwunden, aber der neue Weg hat sich noch nicht gezeigt. Die Tage ziehen sich, wie Kaugummi, Zweifel nagen an dir, und manchmal fragst du dich, ob überhaupt noch etwas vorwärtsgeht. Es fühlt sich an, als würdest du in einem Wartezimmer sitzen, ohne zu wissen, ob dein Name jemals aufgerufen wird.
Doch gerade in diesem Warten, in diesem scheinbaren Stillstand, passiert innerlich am meisten. Es ist wie bei einem Baum, der im Winter scheinbar leblos ist, während unter der Erde neue Wurzeln wachsen. Dieses „Warten“ ist kein Stillstand, sondern eine Zeit der Neuorientierung, in der du dich sammelst, in der du spürst, was du wirklich willst. Hast du den Mut, in diesem Zwischenraum zu verweilen, auch wenn es unbequem ist? Oder flüchtest du lieber zurück ins Vertraute, nur um die Unsicherheit nicht aushalten zu müssen?
Ich habe gelernt, dass Stillstand oft bequemer ist als Bewegung, aber auch, dass er mich auf Dauer unglücklich macht. Jeder kleine Schritt in Richtung Veränderung – und sei er noch so zaghaft – hat mir gezeigt: Es lohnt sich. Die Welt ist voller Möglichkeiten, und manchmal reicht es, einfach nur durchzuhalten, bis du bereit bist, den ersten Schritt zu wagen. Denn irgendwann kommt der Moment, in dem du merkst, dass du nicht mehr auf Pause stehst, sondern endlich wieder lebst – und das ist jede Unsicherheit wert
Vom Funktionieren zum Leben: Mein Weg aus der Unzufriedenheit
Der Wendepunkt kam nicht leise, sondern wie ein Tsunami, der alles durcheinander wirbelt. Es war die Zeit, als mein Körper plötzlich die Notbremse zog – eine ernsthafte Erkrankung, die mich zwang, innezuhalten. Plötzlich war da kein Weiterhetzen mehr, kein „Augen zu und durch“. Ich konnte nicht mehr funktionieren wie vorher. Die Krankheit war wie eine unsichtbare Hand, die mich auf den Boden drückte und mir zeigte: Du kannst jetzt nur warten. Aushalten. Nichts tun, außer zu atmen und zu hoffen, dass es irgendwann besser wird.
In dieser erzwungenen Pause wurde mir klar, wie sehr ich mich selbst verloren hatte – immer im Modus des Funktionierens, immer mit dem Blick auf Erwartungen, To-Do-Listen, Pflichten. Ich hatte vergessen, wie es sich anfühlt, einfach nur zu sein, ohne mich zu rechtfertigen, ohne ständig leisten zu müssen.
Kennst du das Gefühl, wenn plötzlich alles stillsteht und du dich fragst, wer du eigentlich bist, wenn niemand mehr etwas von dir erwartet?
Die Unsicherheit, die Angst und die Zweifel waren meine ständigen Begleiter. Viele in meinem Umfeld konnten meine Entscheidungen nicht nachvollziehen, hielten mein Innehalten für Schwäche oder Aufgabe. Aber ich habe gelernt: Das Leben ist nicht planbar, und manchmal ist Warten das Mutigste, was man tun kann. In dieser Zeit habe ich angefangen, mich selbst zu fragen, was ich wirklich will – und was mich wirklich glücklich macht.
Heute lebe ich bewusster, freier, authentischer. Ich weiß jetzt, dass ich nicht perfekt sein muss, um glücklich zu sein. Es reicht, wenn ich ehrlich zu mir selbst bin. Loslassen war der schwierigste, aber auch der wichtigste Schritt auf meinem Weg zurück zu mir selbst.
Und du? Wann hast du das letzte Mal etwas nur für dich getan, ohne dich zu rechtfertigen?
Selbstfindung statt Selbstaufgabe: Mein neues Lebensgefühl
Früher habe ich mich oft selbst aufgegeben, um anderen zu gefallen oder Konflikte zu vermeiden. Ich war Meisterin darin, mich selbst leiser zu drehen, meine Wünsche zu verstecken und meine Grenzen zu verschieben, nur damit Harmonie herrscht. Doch je mehr ich mich selbst zurücknahm, desto leerer fühlte ich mich – als würde ich langsam verschwinden, Stück für Stück.
Kennst du das, wenn du dich am Ende eines Tages fragst, ob überhaupt noch etwas von dir übrig ist?
Heute weiß ich: Entwicklung hört niemals auf. Und ganz ehrlich – wer behauptet, irgendwann „fertig“ zu sein, hat das Leben nicht verstanden. Ich bin immer noch auf meinem Weg, und das ist kein Makel, sondern ein Zeichen von Lebendigkeit. Das Leben ist Veränderung, bis zum letzten Atemzug. Wer sich einredet, irgendwann ankommen zu müssen, bleibt stehen, stagniert, verpasst die Chance, weiterzuwachsen.
Meine Erkrankung hält mich immer noch fest im Griff. Es ist stabil, ja, aber ich werde nie wieder wie eine Maschine funktionieren können – und das ist vielleicht das größte Geschenk in all dem Schmerz. Früher habe ich mich selbst angetrieben, als müsste ich jeden Tag Leistung abliefern, als wäre mein Wert an mein Funktionieren geknüpft. Heute weiß ich: Ich bin mehr als meine Produktivität, mehr als mein Durchhalten, mehr als mein Funktionieren.
Ich begleite andere auf ihrem Weg, nicht weil ich „fertig“ bin, sondern weil ich weiß, wie es ist, immer wieder neu anzufangen. Entwicklung ist kein Zustand, den man abhaken kann, sondern eine Haltung, die man lebt.
Wann hast du dir das letzte Mal erlaubt, dich zu verändern, ohne dich dafür zu rechtfertigen?
Ab heute weiß ich: Ich will nie wieder zurück in den Modus, in dem ich wie ein Roboter durchs Leben hetze. Ich will fühlen, wachsen, scheitern, neu beginnen – immer wieder. Denn genau das macht mich lebendig. Und das lasse ich mir von keiner Diagnose und keiner gesellschaftlichen Erwartung mehr nehmen.
Fazit
Vielleicht besteht das wahre Glück nicht darin, immer alles richtig zu machen oder endlich „anzukommen“, sondern darin, sich selbst immer wieder neu zu begegnen – mit all den Brüchen, Umwegen und Veränderungen, die das Leben mit sich bringt. Es braucht Mut, die eigenen Masken abzulegen, die Komfortzone zu verlassen und ehrlich hinzuschauen, was uns wirklich erfüllt. Doch genau in diesem Mut liegt die Freiheit.
Wir sind nicht hier, um zu funktionieren wie Maschinen. Wir sind hier, um zu wachsen, zu lernen, zu fühlen – und manchmal auch, um innezuhalten und uns neu auszurichten. Jeder Tag ist eine Einladung, uns selbst ein Stück näher zu kommen und das Leben nicht als starre Linie, sondern als lebendige Reise zu begreifen.
Vielleicht ist es an der Zeit, sich selbst zu fragen: Was hält mich noch zurück? Und was wäre, wenn ich mir erlaube, heute einen neuen Schritt zu wagen – hin zu mehr Echtheit, Leichtigkeit und innerem Frieden?
Das Leben wartet nicht – es passiert jetzt.
Wenn du selbst spürst, dass es Zeit für Veränderung ist, aber nicht weißt, wo du anfangen sollst:
Genau dafür habe ich mein Workbook entwickelt. Es ist ein Begleiter für die ersten Schritte auf deinem Weg zu mehr Selbstfindung und innerer Klarheit.
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Trau dich, deinen eigenen Weg zu gehen. Ich begleite dich gern dabei.
Von Herzen ❤️
Alexandra Marjanovic

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