Selbstbestimmung? Erst wenn’s kracht!

by | 13.06.2025

Dieser Artikel ist im Rahmen der Blogparade von Sandra Hoppenz entstanden.

Was ist Selbstbestimmung?
Die Fähigkeit, das eigene Leben frei und eigenverantwortlich zu gestalten – so steht es in jeder Definition.
Aber was, wenn das Leben plötzlich alles andere als frei erscheint?
Ich dachte lange, ich hätte alles im Griff. Bis ein Dienstag mein ganzes Selbstbild erschütterte …

1. Wenn ein Dienstag alles verändert

Ich war immer leistungsorientiert – im Geschäft, im Privatleben, im Sport. Für mich zählte, was ich schaffe, wie ich mich durchbeiße, wie weit ich gehen kann. Als Leistungssportler war ich es gewohnt, meinen Körper zu fordern und zu kontrollieren. Schwäche? Nicht mein Thema. Mein Herz? Das letzte, woran ich gedacht hätte, war, dass es mir irgendwann einen Strich durch die Rechnung machen könnte.

Stress war mein ständiger Begleiter. Ich hatte viele Tiefs, aber ich wusste: Ich stehe immer wieder auf. Rückblickend frage ich mich, ob ich etwas hätte merken können – doch die Wahrheit ist: Ich habe die Körpersignale nicht übersehen, ich habe sie schlicht nie gelernt zu deuten. Niemand hat mir beigebracht, was diese Zeichen bedeuten. Ich war so darauf trainiert, zu funktionieren und weiterzumachen, dass ich gar nicht wusste, worauf ich achten sollte.

So kam dieser Dienstag.
Ein Tag wie jeder andere, nichts Besonderes. Ich war gesund, voller Pläne, bereit für die nächsten Termine. Morgens noch in der Praxis,, dann kurz zur jährlichen Kontrolle beim Kardiologen – reine Formsache, dachte ich.
Doch eine Stunde später war alles anders. Ich ging gesund in die Praxis und kam schwer krank wieder heraus.
Der Boden unter meinen Füßen war weg. Kein schleichendes Unwohlsein, kein langsamer Prozess – ein einziger Schlag, der alles veränderte. Von jetzt auf gleich war nichts mehr, wie es war.

Takeaway:
Man kann nicht deuten, was man nie gelernt hat. Selbstfürsorge beginnt damit, sich selbst zuhören zu lernen.

2. Tsunamis als Lebensmuster

Und ehrlich: Es war nicht das erste Mal, dass mein Leben von einem Tsunami erschüttert wurde. Immer wieder gab es diese Momente, in denen erst ein großes Drama, ein echter Zusammenbruch, nötig war, damit ich wirklich etwas ändere. Ich habe oft gewartet, bis nichts mehr ging, bis der Schmerz zu groß war, um ihn noch zu ignorieren. Erst dann kam die Wende, erst dann habe ich mich bewegt.

Reflexionsfrage:
Muss es wirklich immer erst das große Drama geben? Braucht es den Tsunami, damit wir hinschauen und verändern – oder geht es auch früher?

Takeaway:
Veränderung ist möglich, bevor das Leben dich zwingt. Warte nicht auf den großen Knall.

3. Anpassung? Keine Option mehr.

Anpassung war bisher mein Erfolgsrezept. Erwartungen erfüllen, funktionieren, immer weiter – das war mein Modus. Doch jetzt? Anpassung half nicht mehr. Ich konnte nicht mehr einfach weitermachen, nicht mehr stark tun, nicht mehr alles weglächeln. Die Krankheit zwang mich zur radikalen Ehrlichkeit. Ich musste erkennen: Mein Leben, so leistungsorientiert und diszipliniert es war, hatte mich an meine Grenzen und darüber hinaus geführt. Die Fassade hielt dem Druck nicht stand.

Takeaway:
Krisen entlarven schonungslos, was echt ist – und was nur Fassade.

4. Der Moment, in dem alles zerbricht

Es gibt Momente, die alles auf null setzen. Ich erinnere mich genau an das Gefühl, als ich die Praxis verließ – mit einer Diagnose, die mein ganzes Selbstbild zerschmetterte. Ich war nicht mehr die Unbesiegbare, nicht mehr die, die alles im Griff hat. Ich war plötzlich Patient, verletzlich, gezwungen, mich mit Fragen zu beschäftigen, die ich immer erfolgreich verdrängt hatte: Wer bin ich, wenn ich nicht mehr leisten kann? Was bleibt, wenn mein Körper nicht mehr funktioniert?

Takeaway:
Wirkliche Identität zeigt sich, wenn alles andere wegfällt.

5. Selbstbestimmung im Ausnahmezustand

Selbstbestimmung klingt in guten Zeiten nach Freiheit und Leichtigkeit. Doch im Ausnahmezustand bekommt sie eine ganz andere Bedeutung. Es geht nicht mehr um große Pläne, sondern um die Entscheidung, nicht aufzugeben. Verantwortung übernehmen – für die nächsten zehn Minuten, für einen Atemzug, für das kleinste Stück Kontrolle, das bleibt.

Handlung:
Fang klein an. Entscheide, was du heute für dich tun kannst. Das ist Selbstbestimmung.

Takeaway:
Selbstbestimmung beginnt im Kleinen – manchmal reicht ein bewusster Atemzug.

6. Wer bleibt, wenn es unbequem wird?

Krisen zeigen, wer bleibt. Manche Menschen gehen, andere halten dich, wenn du selbst nicht mehr kannst. Ehrliche Menschen, die dich fragen: „Was brauchst du wirklich?“ – sie sind Gold wert. Es sind diese Begegnungen, die dich an deine Kraft erinnern, wenn du sie selbst nicht mehr spürst.

Takeaway:
Wahre Freunde erkennt man, wenn es unbequem wird – und an den Fragen, die sie stellen.

7. Die Angst vor Kontrollverlust

Die größte Angst: Kontrolle verlieren. Die Krankheit zeigte mir, wie wenig ich steuern kann. Aber sie lehrte mich auch: Selbstbestimmung heißt nicht, alles im Griff zu haben. Es heißt, zu wählen, wie ich mit dem umgehe, was das Leben bringt. Nicht alles ist machbar, aber vieles ist wählbar.

Mini-Toolkit:
Frage dich täglich: Was liegt heute in meiner Hand? Was lasse ich los?

Takeaway:
Kontrolle ist eine Illusion – aber Haltung ist immer deine Wahl.

8. Werkzeuge im Sturm

Ich griff nach allem, was Halt gab: Schreiben, ehrliche Gespräche, Methoden wie das Johari-Fenster. Mein Rettungsring: KlarKante – radikale Ehrlichkeit, auch wenn es weh tut. Reflexion wurde zu meinem täglichen Begleiter. Ich schrieb Morgenseiten, notierte Ängste, Wünsche, kleine Fortschritte. Jeder Gedanke, der mir Klarheit brachte, war ein Schritt in Richtung Selbstbestimmung.

Takeaway:
Reflexion und Ehrlichkeit mit sich selbst sind die stärksten Werkzeuge im Sturm.

9. Ist es egoistisch, an sich zu denken?

Mitten im Drama kam die Frage: Darf ich jetzt an mich denken? Ist das nicht egoistisch? Ich habe gelernt: Nein. Es ist überlebenswichtig. Nur wer sich selbst ernst nimmt, kann für andere da sein. Selbstfürsorge und Selbstbestimmung ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für Handlungsfähigkeit.

Handlungsimpuls:
Setze heute eine klare Grenze. Bestimme es selbst. Sag einmal bewusst Nein.

Takeaway:
Selbstfürsorge ist kein Egoismus, sondern die Basis für echte Verbindung.

10. Wie frei sind unsere Entscheidungen wirklich?

Provokante Frage: Ist nicht jede Entscheidung selbstbestimmt – auch wenn wir glauben, äußere Umstände seien schuld?
Auch Krankheit wählt niemand. Aber alles danach ist Wahl: Wie denke ich über mich? Wie gehe ich mit Rückschlägen um? Wie viel Ohnmacht ist real, wie viel Ausrede? Jeder kleine Schritt, jede bewusste Entscheidung, war ein Akt der Selbstbestimmung.

Takeaway:
Selbst in der Begrenzung bleibt ein Raum für Entscheidung und Würde.

11. Freiheit in der Begrenzung

Selbstbestimmung ist nicht die Illusion, alles zu kontrollieren. Es ist die Freiheit, im Rahmen der Möglichkeiten zu wählen. Auch in der Begrenzung steckt Würde. Vielleicht ist das die ehrlichste Form von Freiheit. Diese neue Freiheit ist leiser, aber tiefer. Sie zeigt sich darin, wie ich meine Tage gestalte, welche Prioritäten ich setze, wie ich meine Beziehungen lebe.

Takeaway:
Freiheit ist nicht grenzenlos – aber sie ist immer möglich.

12. Der Mut, unbequem zu bleiben

Der Tsunami lehrte mich: Es ist leichter, sich zu verlieren, als sich selbst treu zu bleiben. Und ja, ich habe viele solcher Tsunamis erlebt – und immer erst dann gehandelt, wenn nichts mehr ging. Doch heute, mit mehr Erfahrung und Reflexion, habe ich mir erlaubt, früher zu spüren, wann Veränderung nötig ist. Ich muss nicht mehr warten, bis alles zusammenbricht. Ich kann – und darf – schon vorher handeln.

Wenn ich zurückblicke, denke ich manchmal: Es hätte ein bisschen früher sein können. Aber so ist das Leben – man lernt nie aus, und mit jeder Erfahrung wird der eigene Veränderungsimpuls schneller.

Takeaway:
Je öfter du dich ehrlich reflektierst, desto früher kannst du Wandel zulassen – ohne den nächsten Tsunami abzuwarten.

13. Tiefergehende Reflexion: Was bleibt, wenn alles wegfällt?

In den stillen Momenten, wenn der Sturm sich legt, bleibt die Frage: Wer bin ich, wenn alles andere wegfällt? Die Krankheit hat mir genommen, was ich für selbstverständlich hielt – und mir gezeigt, dass mein Wert nicht an Leistung, Anpassung oder Funktionieren hängt. Das gehörte zu den schwersten Erkenntnissen, die ich machen musste.

Reflexionsfrage:
Was bleibt von dir, wenn du alles loslässt, was nicht wirklich zu dir gehört?

Takeaway:
Dein Wert ist unabhängig von Leistung – und zeigt sich, wenn alles andere wegfällt.

14. Mein Versprechen an mich – und an dich

Selbstbestimmung ist kein Ziel, sondern eine Haltung. Sie beginnt mit der Frage: Was will ich wirklich – und bin ich bereit, den Preis dafür zu zahlen?
Ich versprach mir selbst: Ich will mein Leben nicht mehr aus Angst oder Anpassung führen. Ich will mutig sein, unbequem, ehrlich. Ich will mein eigener Maßstab sein – und andere ermutigen, es auch zu versuchen.

Dein KlarKante-Call:
Muss es wirklich erst ein Tsunami sein? Oder kannst du heute schon spüren, dass Veränderung möglich ist?
Wann hast du zuletzt gespürt: Das ist mein Weg, das ist mein Leben? Schreib es auf. Teile es. Lebe es.

15. Mein Angebot: Klarheit, Mut und Selbstbestimmung für Frauen

Aus all diesen Erfahrungen ist mein heutiges Angebot entstanden:
Ich begleite Frauen, die nicht länger warten wollen, bis das Leben sie zu Veränderung zwingt.


Mein Fokus: Selbstbestimmung, Klarheit und Mut – genau dort, wo es unbequem wird.
Ob in Einzelbegleitung, Workshops oder in der Master-Mind Gruppe:
Ich unterstütze Frauen dabei, ihre eigenen Muster zu erkennen, neue Wege zu gehen und sich selbst ernst zu nehmen – bevor der nächste Tsunami kommt.

Takeaway:
Du musst nicht erst alles verlieren, um dich selbst zu finden. Veränderung ist auch jetzt möglich – mit Klarheit, Mut und der richtigen Unterstützung.

Mit Klarheit, Mut und einer großen Portion Unbequemlichkeit,
Alexandra Marjanovic

1 Comment

  1. Liebe Alexandra. Wow! Was für ein schöner und vor allem unterstützender Beitrag zu meiner Blogparade 🫶🏻 Danke für deine Geschichte. Danke für all deine Take Aways und Mini-Tools. So Wert-voll! So viele deiner Aussagen haben bei mir ein Nicken ausgelöst – diesen möchte ich besonders betonen: „Selbstbestimmung ist kein Ziel, sondern eine Haltung. Sie beginnt mit der Frage: Was will ich wirklich – und bin ich bereit, den Preis dafür zu zahlen?“ – Ich danke dir von Herzen. Lieber Gruss, Sandra

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